Elmar L. Kuhn

Oberschwaben und das Konzil von Konstanz 1414-1418


Oberschwaben und das Konzil von Konstanz

Theresia Walser, die Tochter Martin Walsers, und ihr Mann Karl-Heinz Ott haben im Auftrag der Stadt Konstanz ein Theaterstück zum Konzilsjubiläum geschrieben. Im Nachwort beschreiben sie den „weltgeschichtlichen Riesenrummel“: „Man stelle sich vor: Ein Städtchen an einem See, mit weniger als zehntausend Einwohnern, das plötzlich vier Jahre lang zum Zentrum der Welt wird. Amerika ist noch nicht entdeckt, Asien unendlich fern und Rom nach wie vor Zentrum der Welt. Nur ein paar französische Störenfriede sorgen dafür, dass nicht nur in Rom, sondern auch in Avignon ein Papst residiert, der die Einheit der Kirche gefährdet. Inzwischen gibt es sogar drei Päpste, die alle behaupten, der einzige zu sein. Deshalb soll sich in Konstanz ganz Europa versammeln und mit einem Konzil dafür sorgen, dass es nicht nur mit der Zersplitterung der Kirche, sondern auch mit ketzerischen Ideen ein Ende hat. Was keine leichte Aufgabe ist, zumal aus dem ganzen alten Abendland Abertausende von Leuten anreisen, die unterschiedlichste Interessen haben.“

Das ist ein kurzes Schlaglicht zum Auftakt, warum in Konstanz überhaupt ein sechs Jahrhunderte zurück liegendes Ereignis gefeiert wird. Zunächst richtet sich der Blick auf die Umgebung, von Konstanz aus auf die Landschaft jenseits des Sees, unter welchen Bedingungen die Menschen damals lebten, wie die wirtschaftlichen, politischen und kirchlichen Verhältnisse in Oberschwaben aussahen und welche Probleme es damals gab. Im zweiten Akt kehren wir auf die Konstanzer Bühne zurück. Hier wird keine Darstellung der Geschichte des Konzils beansprucht, es muss aber doch kurz skizziert werden, um was es damals in Konstanz ging. Im dritten Akt wird gefragt, was denn die Oberschwaben vom Konzil mitbekamen, inwieweit sie dort auch vertreten waren und schließlich zum Schluss inwieweit das Konzil Folgen für Oberschwaben hatte. Der Text wurde in verschiedenen Fassungen in Ravensburg, Kressbronn und Überlingen vorgetragen. Die konkreten Beispiele zu den allgemeinen Aussagen wurden dem jeweiligen räumlichen Umfeld des Vortragsortes entnommen. In diesen Text werden die Beispiele aus allen drei Vorträgen aufgenommen.

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