Elmar L. Kuhn

Kulturamt Bodenseekreis 1979-2009


Organisieren

Eine neue Organisation und Institution muss organisiert werden, d. h. es müssen eine Struktur geschaffen, Arbeitsverteilungen fest gelegt und vor allem muss eine Systematik für all die disparaten Sammlung geschaffen werden. Diese Voraussetzungen wurden in den Anfängen des Amtes geschaffen. Über die Richtung der Aktivitäten konnte in der Regel im Amt entschieden werden, das Ausmaß der Aktivitäten hängt von den Rahmenbedingungen Finanzen und Personal ab. Darüber entschieden Kreistag und Landräte. Ihnen ist zu danken, dass sie die Arbeit des Kulturamts ermöglicht haben. Besonderer Dank gilt dem Landrat, unter dem das Amt eingerichtet und einen Ausbaustand erreicht hat, der nie mehr übertroffen wurde: dem leider schon verstorbenen Dr. Bernd Wiedmann, Landrat des Bodenseekreises von 1978 bis 1985. Er formulierte zum zehnjährigen Bestehen des Bodenseekreises: „Heimatpflege im Sinne von Kulturförderung, von Bewusstmachung gemeinsamer Geschichte, aber auch im Sinne von Erhaltung der Bedingungen für die Bewohnbarkeit unseres Kreises, halte ich für eine wesentliche Hilfe auf dem Weg zu einem neuen Kreisbewußtsein“.58Der unter Landrat Dr. Wiedmann erreichte Stand konnte nicht gehalten werden, Sparmaßnahmen in der Wirtschaftskrise der frühen 1990er Jahre führten zum Weggang zweier exzellenter Mitarbeiter/innen. In der Folgezeit konnte eine Konsolidierung mit heute 4,7 Personalstellen und einem Anteil von rund 0,25% Anteil der Amtsausgaben an den Gesamtausgaben des Bodenseekreises erreicht werden.

Die Aktivitäten des Kulturamtes waren immer das Gemeinschaftswerk aller Mitarbeiter, ihnen allen ist zu verdanken, was das Kulturamt seit 1979 bewahrt, gesammelt, erforscht und vermittelt hat.

Nach außen ist das Kulturamt in mehrere Organisationen eingebunden. Das Kreisarchiv betreut die Arbeitsgemeinschaft Gemeindearchive, die der Fortbildung und dem Erfahrungsaustausch der Gemeindearchive dient, und die Arbeitsgemeinschaft „Geschichte im Bodenseekreis“ der Geschichtsvereine, Kulturorganisationen und Kommunalarchive. Sie veranstaltet vor allem den „Tag des offenen Denkmals“. Der Versuch eines Kreiskulturrats wurde nach einigen Jahren wieder aufgegeben, da sich die einzelnen Kultursparten Geschichte, Kunst, Literatur, Musik wenig für die Aktivitäten der jeweils anderen Bereiche interessierten.

Grundsätzlich offen für den Gesamtbereich der Kultur ist die 1996 gegründete Gesellschaft Oberschwaben für Geschichte und Kultur, aber ihre Angebote konzentrieren sich auf die Geschichte. Ihr Ziel ist laut Satzung die „Entwicklung und Stärkung des oberschwäbischen Regionalbewusstseins“ durch die „Vermittlung der Geschichte und Kultur Oberschwabens“59. Gleichzeitig ist die Gesellschaft quasi Dachorganisation der oberschwäbischen Kreiskulturämter, die unter diesem Dach gemeinsame Aktivitäten planen und organisieren, denn Regionalkultur endet nicht an Kreisgrenzen. An der Gründung der Gesellschaft war der Bodenseekreis maßgeblich beteiligt, sein Kulturamt nahm bis 2009 die Aufgaben der Geschäftsstelle wahr.

Zusammen mit Nachbarinstitutionen hat sich der Bodenseekreis im Internationalen Arbeitskreis Bodensee-Ausstellungen an Ausstellungszyklen beteiligt,60im Internationalen Bodenseefestival laden wir zu Konzerten ein und sind im Programmbeirat vertreten.

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