Elmar L. Kuhn

Die officia propria des Paulinerordens im 17. und 18. Jahrh.


 

Officia propria sind die Stundengebete einer Teilkirche oder eines Ordens, die idR in einem das Breviarium Romanum ergänzenden Eigenbrevier zusammengefasst und abgedruckt werden.1 Die officia propria sind wichtige Quellen für die jeweilige spezifische Spiritualität. Die Auswahl der Heiligen, ihre gegenüber dem römischen Kalender veränderten Einstufungen in der Festhierarchie und die gegenüber dem römischen Brevier erweiterten Texte, vor allem die Lesungen der Matutin, geben Aufschluss über spezifische Akzentuierungen des spirituellen Selbstverständnisses. Wenn einzelne Provinzen eines Ordens eigene officia propria drucken lassen, ist nach möglichen Abweichungen vom allgemeinen Festkalender des Ordens zu fragen und erschließen sich aus diesen Abweichungen mögliche Gründe. Sie sind gegebenenfalls ein Indiz für das Verhältnis der Integration der Provinz in den Gesamtorden zu der konkurrierenden Orientierung an ihrer regionalen Umwelt.

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